In Lichtenberg wurde zuletzt viel über Künstliche Intelligenz diskutiert, und das nicht nur in Tech-Kreisen, sondern direkt in unserer Anna Seghers Bibliothek. Die gemeinnützige Organisation SUPERRR brachte mit ihrer Reihe „KI: Macht, Mythen, Missverständnisse“ Fachleute in den Bezirk, die den Hype entlarvten und zeigten, was wirklich hinter den schillernden Versprechen steckt.12
„Künstliche Intelligenz steigert unsere Effizienz“, hören wir ständig. Aber stimmt das für uns Lichtenberger, die in Cafés chatten oder im Alltag smarte Helfer nutzen? Diese Veranstaltungen räumten mit Mythen auf, ohne Fachjargon, dafür mit ehrlichen Gesprächen.1
KI entmystifiziert: Was steckt wirklich dahinter?
Stellt euch vor, ihr sitzt in der gemütlichen Anna Seghers Bibliothek, umgeben von Nachbarn, und hört von Forscherin Katharina Mosene vom feministischen Kollektiv netzforma*, wie KI-Systeme entstehen und welche Interessen sie antreiben. Am 23. März und 27. April ging es genau darum: „KI, was ist das eigentlich und welche Macht steckt dahinter?“ Die Expertin deckte auf, warum gängige Erzählungen wie „Alle nutzen KI“ oder „Wir dürfen den Anschluss nicht verlieren“ oft nur Marketingtricks sind.
SUPERRR, eine Organisation, die Machtverhältnisse in der Tech-Welt aufmischt, organisierte das Ganze in fünf Berliner Bibliotheken, und Lichtenberg war mittendrin. Es ging nicht um Panikmache, sondern um klare Einordnung: Welche Folgen hat KI für Demokratie, Umwelt und Jobs in unserem Bezirk?2
Die unsichtbare Arbeit hinter dem KI-Glanz
KI ist keine Magie, sondern harte, oft prekäre Arbeit, das beleuchtete Sonthaya Etschenberg, Arbeitsrechtsaktivistin und Ex-TikTok-Mitarbeiterin. Sie erzählte, wie unsichtbare Hände Daten füttern und Algorithmen trainieren, oft unter miesen Bedingungen. In Lichtenberg, wo viele in kreativen oder Dienstleistungsjobs stecken, ist das kein fernes Thema, sondern Alltag.
Julia Kloiber, Digitalexpertin und Autorin der Reihe, moderierte und brachte Beispiele: Von der prekären Gig-Economy bis hin zu Umweltschäden durch Serverfarmen. „Das Ziel ist eine Einordnung jenseits von Hype und Angst“, sagte das SUPERRR-Team, und genau das brauchen wir Lichtenberger, um nicht belogen zu werden.3
Was KI nie können wird – und was sie über uns weiß
Im dritten Teil ging es um Grenzen: Autorin Zara Rahman und Expertin Frederike Kaltheuner erklärten, warum KI nie so schlau wie Menschen wird und welche Mythen das vortäuschen. Rahman warnte vor Narrativen wie einer „Verfassung“ für KI-Modelle, die Rechte andeuten, als wären Maschinen Staaten.
Für uns in Lichtenberg bedeutet das: Weniger Science-Fiction, mehr Realität. Wie wirkt sich das auf lokale Jobs aus, auf unsere Daten in Apps oder auf faire Politik? Die Reihe zeigte, dass gesellschaftliche Probleme keine Tech-Lösungen brauchen, sondern kluge Debatten, wie hier in der Bibliothek.
Warum Lichtenberg der perfekte Ort dafür ist
Die Anna Seghers Bibliothek am Hohenzollernplatz ist Herzstück des Bezirks: Barrierefrei, einladend, voller Nachbarn aus allen Schichten. Hier mischen sich Familien, Rentner (die etwa beim Gratulationsdienst ab 90 begleitet werden) und Tech-Neulinge, ideal für SUPERRRs Ansatz ohne Vorwissen. Eintritt frei, nur Anmeldung nötig über pretix.eu/SUPERRR/kixbibliotheken.4
Pauli und das SUPERRR-Team luden explizit die Lichtenberg Woche-Redaktion ein, und euch alle! Es ging um unseren Alltag: Wie KI Arbeitsplätze verändert, Desinformation schürt oder Umwelten belastet. In Zeiten von Deepfakes und Halluzinationen war so ein offener Raum Gold wert.5
Kommt vorbei – und lasst uns quatschen!
23. März und 27. April, je 17:30 Uhr, Anna Seghers Bibliothek. Die Fragen waren konkret: „Macht KI uns arbeitslos?“ oder „Ist ChatGPT wirklich schlau?“ SUPERRR hatte schon in Pankow und anderen Bezirken für volle Säle gesorgt, Lichtenberg stand nicht zurück.
Das war keine trockene Podiumsrunde, sondern Nachbarschaftsgespräch mit Spitzen-Fachleuten. Wer den Hype links liegen ließ und zur Bibliothek kam, holte sich Fakten statt Mythen. Lichtenberg diskutierte KI und veränderte damit Berlins Tech-Debatte.