Ein Stück verdrängte europäische Geschichte kehrt nach Berlin zurück: Am Samstag, dem 16. Mai 2026, zeigt das CineMotion Hohenschönhausen den ukrainisch-krimtatarischen Spielfilm "Haytarma" über die Deportation der Krimtataren im Jahr 1944. Regisseur und Hauptdarsteller Akhtem Seitablaiev wird persönlich anwesend sein.
Beginn ist um 14.30 Uhr.
Bereits um 13.30 Uhr läutet eine Performance des Künstlers Aider Khatip das Programm ein.
Worum es in "Haytarma" geht
"Haytarma" bedeutet auf Krimtatarisch "Rückkehr".
Der Film aus dem Jahr 2013 ist der erste Spielfilm überhaupt, der die Deportation des krimtatarischen Volkes durch Stalin zum Thema macht.
Im Mai 1944 wurden rund 200.000 Menschen binnen 72 Stunden in Viehwaggons gepfercht und nach Zentralasien verschleppt.
Schätzungen zufolge starb fast die Hälfte von ihnen während des Transports oder in den ersten Jahren des Exils.
Die Hauptfigur: ein Held der Sowjetzeit
Im Zentrum der Handlung steht Amet-Khan Sultan, ein zweifach mit dem Titel "Held der Sowjetunion" ausgezeichneter Kampfpilot der Roten Armee.
Während er an der Front gegen die Wehrmacht kämpfte, wurde seine Familie zwangsweise von der Krim deportiert.
Der Film verbindet so die persönliche Tragödie eines Helden mit dem kollektiven Schicksal eines ganzen Volkes.
Dialoge laufen auf Ukrainisch, Krimtatarisch und Russisch mit deutschen Untertiteln.
Wer hinter dem Projekt steht
Veranstalter ist das Projekt "Ukrajina Cinema", das seit August 2025 regelmäßig ukrainische Filme in Berlin zeigt.
Partner sind der Filmverleih EVOS Film und die zivilgesellschaftliche Organisatorin Lilia Usik.
Schirmherr der Reihe ist Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU).
Die Reihe versteht sich auch als kulturelle Brücke für die rund 8.000 ukrainischen Geflüchteten im Bezirk.1
Aktueller Bezug zum Krieg in der Ukraine
Seit der russischen Annexion der Krim 2014 und dem großangelegten Angriff auf die gesamte Ukraine 2022 ist die Lage der Krimtataren erneut bedrohlich.
Menschenrechtsorganisationen dokumentieren laut Berichten der Vereinten Nationen Verfolgung, Hausdurchsuchungen und politisch motivierte Prozesse gegen Aktivisten der Minderheit.
Regisseur Seitablaiev nutzt seine internationale Bekanntheit, um auf die Parallelen zwischen 1944 und heute aufmerksam zu machen.
Auch in Deutschland gewinnt das Thema politisch an Bedeutung.
Tickets und Anfahrt
Tickets sind online unter berlin.cinemotion-kino.de/ukrajina-cinema/ erhältlich.
Das CineMotion Hohenschönhausen liegt in der Wartenberger Straße 174 in 13051 Berlin.
Mit der Straßenbahn M5 und M17 ist das Kino vom Bahnhof Lichtenberg in etwa 15 Minuten erreichbar.
Wer den Kinobesuch mit einem Spaziergang verbinden möchte, findet in unserem Überblick zu den schönsten Parks in Lichtenberg passende Stationen.
Performance vor dem Film
Bereits eine Stunde vor Filmbeginn beginnt das Rahmenprogramm.
Der Künstler Aider Khatip präsentiert um 13.30 Uhr eine Live-Performance zur Geschichte der Krimtataren.
Khatip arbeitet mit Klang, Bewegung und Erzählfragmenten und thematisiert sowohl die Deportation von 1944 als auch die heutige Verfolgung.
Der Eintritt zur Performance ist im Filmticket enthalten.